Speicherauslastung und Swap

Written by  on Februar 29, 2012 

Wird der RAM in einem Linux-System zu wenig, wird auch der Swap-Bereich benutzt. Woher kommt es aber, dass manchmal noch Speicher frei ist, aber trotzdem schon Swap benutzt wird?
Laut Thorsten Robers, LPI 301, S. 306 gibt es zwei Bedingungen, wann Speicher in den Swap-Bereich ausgelagert wird:

Steht nicht genügend RAM zur Verfügung oder geht der Betriebssystemkern davon aus, dass der Prozess in nächster Zukunft nicht weiter ausgeführt werden muss, lagert der Kernel diese Daten in den Swap-Speicher aus.

Das bedeutet, dass der Kernel bereits präventiv den Swap-Bereich benutzt, um mehr Speicher für die tatsächlich aktiven Prozesse und den Platten-Cache frei zu haben.

Im Idealfall wird dieser (Anm: der Swap-Speicher) kaum genutzt, wobei nicht die Verwendung der [sic] Swap-Speichers per se auf einen Engpass hinweist. Erst wenn der Kernel Swap-Speicher exzessiv zur Auslagerung von Prozessen und Daten nutzt, wirkt sich das negativ auf die Gesamtperformance des Systems aus.

Das Verhalten "wie gerne" ein System den Auslagerungsspeicher benutzt, kann eingestellt werden unter der Bezeichnung swappiness:

# cat /proc/sys/vm/swappiness
60

60 ist der Default-Wert, 0 würde bedeuten, dass gar nichts mehr in den Swap-Bereich kommen soll.

Category : Allgemein

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